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15.09.2021 - Landkreis Erding

Weidewirtschaft im Spannungsfeld zwischen Artenvielfalt, Kostendruck und Wolf

Der Kreisvorsitzende Franz Gruber der Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ELF) Traunstein begrüßte den örtlichen Bundestagsabgeordneten Peter Ramsauer, den Tiroler Bezirksobmann Michael Jäger, den ELF-Bezirksvorsitzenden Rupert Staudhammer, die Ehrenlandesbäuerin Annemarie Biechl, die Vertreter der Schafhalterverbände Josef Habeck (Traunstein), Alexander Mayer (Rosenheim) und Martin Winkelmaier (Berchtesgadener Land) recht herzlich auf dem Parkplatz des Schlosses Seeon. Insgesamt war der Besuch der Veranstaltung recht gut.


Der ELF-Wolfsbeauftragte Roland Kirr hatte diese im Vorfeld organisiert. Es waren mit dem stellvertretenden ELF-Bezirksvorsitzenden Michael Hamburger, Astrid und Uli Wolter und Alois Angermaier einige Besucher aus dem Landkreis Erding mit dabei.

Schafhalter Kirr leitete die Wanderung, am Seeoner See entlang, durch den Wald, an seine Schafweide. Er ging auf die Thematik mit Herdenschutzhunden ein, die auch eine Gefahr für andere Hunde, Spaziergänger und Wanderer darstellen können. Aufgrund der unsicheren Haftungsfrage sieht der Schäfer von der Anschaffung solcher Schutztiere ab.

Auf der sehr extensiven Weidefläche mit wertvollen Pflanzenarten ist die Beweidung durch Schafe ein probates Mittel, um die Landschaft vor Verbuschung frei zu halten. Diesen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leistet er sehr gerne.

Schafthalter Sepp Habeck berichtete über Erfahrungen aus der Ramsau, wo verschiedenste Arten von Schutzzäunen in Einsatz sind. Je nach Maschengröße besteht die Gefahr, dass Kinder ihre Hände durch das Drahtgeflecht stecken und von Herdenschutzhunden verletzt werden können.

MdB Peter Ramsauer berichtete über gemeinsame Veranstaltung mit dem Bauernverband in der Region, bei denen das Thema Wolf immer intensiv behandelt wurde. Die CSU hat aus seiner Sicht keine einheitliche Position zu dieser Thematik, aber auch keine ideologischen Denkverbote. Ramsauer selbst ist in seiner Sichtweise allerdings sehr klar: „Der Wolf gehört nicht in unsere Kulturlandschaft, er passt einfach nicht in die Alpenregion!“.

Naturschützer möchten auch Aale in der Traun aussetzen, obwohl in diesem Fluss noch nie Aale beheimatet waren. Solch ideologisch geprägten Forderungen sind absolut übertrieben: „Der Wolf in unserer Kulturlandschaft gehört entnommen – von mir ein klares NEIN zum Wolf! Das Problem, das dem Schutz der Weidetiere vor dem Wolf entgegensteht, sitzt im Umweltministerium!“

Bezirksobmann Jäger teilte den Besuchern seine Erfahrungen mit dem Herdenschutz in Tirol mit. Ein durch die Landesregierung mit 450.000 € gefördertes Projekt mit 1.500 Schafen auf einer Alm in 2.000 Metern Höhe wurde lt. Vorstellungen der Grünen Partei durchgeführt. Es stellte sich schnell heraus, dass in diesem Gebiet, in dem sich drei Wölfe aufhielten, ein Hirte mit einem Hirtenhund viel zu wenig für die Bewachung eines Nachtpferches war.

Für den zweiten Hirten musste dann eine separate Unterkunft gebaut werden. Es fanden aber immer wieder Wolfsrisse im Gebiet statt. Die geplante Ausstattung der Wölfe mit Sendern gestaltete sich sehr schwierig. Der extra dafür angelegte Wolfspferch wurde von 18 Berufsjägern bewacht, aber kein Wolf erschien. Das NORA Gutachten dauerte und verzögerte das Problem zudem.

Auf einer Veranstaltung dazu waren 550 Bauern gekommen und es ging hoch her. Jäger meinte: „Den Lebensraum haben erst die Bauern durch ihre Arbeit geschaffen. Der Alpenraum muss als Schutzgebiet vor dem Wolf ausgewiesen werden. Bereits bei jungen Menschen muss mit der Aufklärung über die Wolfsproblematik angesetzt werden.“

Michael Huber berichtete über einen Verdacht auf Wolfsriss, der kürzlich in Schleching stattgefunden hat. Josef Habeck ist der Überzeugung, dass der Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene angepasst werden müsse, um die Probleme leichter in den Griff zu bekommen. Oberbayerns ELF Vorsitzender Staudhammer warf die Frage auf, ob der Wolf – wie auch im Bundesland Sachsen – ins Jagdrecht kommen solle. Roland Kirr vertritt die Meinung – sollte sich der Verdacht bestätigen - dass der Wolf in Schleching entnommen werden müsse.

Die Festlegung eines ´guten Erhaltungszustands´ des Wolfes wäre zudem wichtig. In Schweden beispielsweise wurde diese Obergrenze mit 300 Tieren festgelegt und alles darüber wird entnommen. Michael Jäger sieht im Saufang eine Möglichkeit zum Lebendfang von Wölfen.

Michael Hamburger sah das kürzlich auf TopAgrar veröffentlichte Interview eines FW Landtagsabgeordneten, in dem er ankündigt, nach der Sommerpause drei Anträge im Bayerischen Landtag einbringen zu wollen, um den Wolfsbestand zu regulieren, als reines Wahlkampfmanöver an. So habe der zuständige FW Umweltminister bisher viel Zeit ungenützt verstreichen lassen, um etwas für den Schutz der Weidetiere zu unternehmen.

Kirr erinnerte an die Zeiten des 30jährigen Krieges, in denen die Wolfspopulation extrem hoch war und sich kein Schwammerlsucher mehr in den Wald traute. Viele alte Marterl erinnern an traurige Begegnungen von Menschen mit dem gefährlichen Raubtier. Lt. Aussage vom ELF-Wolfsbeauftragten ist der Wolf ein Opportunist, der nicht dem Reh nachlaufen wird, wenn er Weidetiere auf dem „Brotzeitbrettl“ als Nahrung serviert bekommt. Er berichtete über die BBV Wolfsallianz, der auch der ELF Bezirksverband Oberbayern beigetreten ist.

Der Bayerische Bauernverband führt am 2. Oktober die Kundgebung „Ausgebimmelt“ in München durch, zu deren Besuch er ausdrücklich aufrief. Schafhalter Kirr stellte zusammenfassend fest: „Man kann das Blatt drehen und wenden wie man möchte, man kommt immer zu dem Ergebnis, dass der Wolf in unserer dicht besiedelten Landschaft keinen Platz hat.“
Quelle: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding

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