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15.01.2026 - Landkreis Erding

Zwischen Stadtflucht und Preisdruck: Was kosten Häuser im Kreis Erding?

Der Landkreis Erding ist seit Jahren einer der Profiteure des Münchner Sogs. Der Glanz der Metropole und das Interesse an der bayerischen Landeshauptstadt bringen allerdings nicht nur positive Seiten mit sich.

Wer nach Erding zieht, sucht in der Regel das, was München selbst kaum noch bietet: Ruhe, eine funktionierende Infrastruktur, akzeptable Pendelzeiten und Platz für sich und die Familie. Lange Zeit war etwas dran an dem Narrativ, dass die Häuser und Wohnungen im Kreis Erding im Vergleich zu München noch "bezahlbar" seinen. Doch hält diese Annahme heute noch einer nüchternen Betrachtung stand?

Die erste Orientierung liefern die aktuellen Marktdaten zu den Immobilienpreisen. Die Preise für privat angebotene Immobilien in Erding liefern eine detaillierte Auswertung privat angebotener Immobilien. Die Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild und relativieren die Hoffnung auf bezahlbaren Wohnraum im Einzugsgebiet von München schnell.

Ein Vorteil mit Nebenwirkungen


Geografisch könnte Erding kaum besser liegen. Der Kreis ist mittels S-Bahn bestens an München angebunden. Ebenso sind die Nähe zum Flughafen Franz Josef Strauß und der A92 praktisch für Berufspendler und international tätige Unternehmen. Die tolle Lage spielt sich allerdings längst auch in den Preisen wider. München selbst zählt seit Jahren zu den teuersten Immobilienmärkten in Deutschland, doch der Preisabstand zum Umland verringert sich kontinuierlich. So lag der Quadratmeterpreis für Einfamilienhäuser im Kreis Erding vor zehn Jahren noch deutlich unter dem Niveau von München. Heutzutage fühlt sich der Unterschied eher graduell als fundamental an. Gerade entlang der S-Bahn-Trasse oder in der Nähe der Stadtmitte bewegen sich die Preise mittlerweile auf einem Niveau, das nur noch für Haushalte mit einer hohen Eigenkapitalquote realistisch ist.

Der Blick auf die Zahlen zeichnet ein deutliches Bild


Die aktuellen Angebotsdaten sind der klare Beleg und zeigen deutlich auf, dass für ein klassisches Einfamilienhaus in guter Lage im Kreis Erding mittlerweile Preise aufgerufen werden, die klar im obersten Segment im bayerischen Vergleich liegen. Natürlich bleibt Erding noch etwas günstiger als Schwabing oder Bogenhausen, doch um einen Schnäppchenmarkt handelt es sich keineswegs. Selbst Reihenhäuser oder Doppelhaushälften liegen weit über dem Bundesdurchschnitt.

Im Landkreis Erding selbst lässt sich eine starke Spreizung beobachten. So weisen entferntere Gemeinen noch moderate Preise auf, doch mit der Verkehrsanbindung und der damit höheren Lebensqualität wird es schnell teuer. Der Markt ist erstaunlich selektiv geworden und verlangt von den Käufern eine immer präzisere Standortanalyse.

Warum die Lebenshaltungskosten nicht zu unterschätzen sind


Die Immobilienpreise sind nur ein Teil der Rechnung. Auch die allgemeinen Lebenshaltungskosten wirken sich deutlich auf die Attraktivität des Standorts aus. Bayern ist ohnehin schon teurer als der Bundesdurchschnitt, aber das Münchner Umland liegt klar an der Spitze. Erding bildet hier keine Ausnahme, weshalb es etwas naiv sein kann, den Kreis in der Nähe zur Landeshauptstadt als reine Sparalternative zu betrachten.

Realistisch rechnen und nicht romantisieren


Keine Frage, noch sind die Häuser im Kreis Erding günstiger als in München. Doch eigentlich kann von günstig kaum mehr die Rede sein. Wer hier kaufen will, sollte den Markt mit einem realistischen Blick auf die Gesamtkosten betreten. Erding ist kein Ausweichstandort mehr, sondern ein eigenständiger, hochattraktiver Immobilienmarkt mit den entsprechenden Preisen.

Quelle: NI

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