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13.02.2023 - Moosinning

Interview mit Harry Hoyler vom Helferschweine e.V.

Quelle. Harry Hoyler - Helferschwein-Sparbüchse

Viele haben bestimmt schon von ihm gehört – Harry Hoyler bewegte über die letzten Jahre Großes und konnte vielen Menschen in den unterschiedlichsten Notsituationen helfen.


Zusammen mit seinen Vereinsmitgliedern und vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern setzt sich der Helferschweine e.V. für zahlreiche Hilfsorganisationen, Vereine und Projekte für hilfsbedürftige Menschen ein. Auch die ukrainische Bevölkerung, welche sich seit Kriegsbeginn in besonders kritischer Lage befindet, wird tatkräftig unterstützt. Hoylers Frau ist selbst Ukrainerin und hat vor kurzem einen ukrainischen Verdienstorden für ihre Unterstützung erhalten. ED-live.de hatte die Möglichkeit, ein Interview mit dem Moosinninger zu führen.

Herr Hoyler, wie kamen Sie dazu, sich ehrenamtlich einzusetzen?
Ich bin schon lange leidenschaftlicher Golfspieler und war dann einmal bei einem Golfturnier der „Golf heroes“ dabei, wodurch ich Corinna Binzer kennengelernt habe.
Sie lud mich zu einem Benefizgolfturnier nach Pfaffing ein, das zugunsten der Stiftung Lichtblick Hasenbergls veranstaltet wurde.

So bin ich auch erstmalig mit „Lichtblick Hasenbergl“ und Johanna Hofmeir in Kontakt gekommen. „Lichtblick Hasenbergl“ betreut 200 Kindern, die aus sozialschwachen Familien kommen in München und integriert diese wieder in das normale Leben. Lichtblick Hasenbergl ist eine Einrichtung der Kath. Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising e.V.

Die ehrenamtliche Arbeit und was dieser Verein leistet, habe ich immer schon faszinierend und sinnvoll gefunden und mir bereitete es auch schon von Beginn an Freude, anderen Menschen zu helfen. So habe ich angefangen, Kleiderspenden und Spielzeug zu sammeln und der Stiftung zu spenden.

Seit Corinnas Einladung spiele ich öfter Benefizgolfturniere, weil mir das einfach Spaß macht. Da steht nämlich nicht der sportliche Ehrgeiz, sondern die Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen und ein schönes Miteinander im Vordergrund.

So bin ich dann auch auf die Onkologie für krebskranke Kinder in Schwabing gekommen, die wir mit Spielzeug unterstützt haben.

Wie war die Entstehungsgeschichte des Helferschweine Vereins?
2003 traf ich Roland Hefter (Musiker und Münchner Stadtrat) und Claudia Cane (Münchner Rocksängerin) auf einem, von ihnen veranstalteten, Benefizkonzert zugunsten der Erdbebenopfer in Nepal.

So ist der Kontakt entstanden, aus dem Freundschaft wurde.
Anschließend habe ich Roland Hefter bei seiner Spendensammlung für die Operation eines Kindes in Nepal unterstützt.

Auch Markus Langer (Künstler und Kabarettist) setzte sich schon immer für die verschiedensten sozialen Projekte ein und sammelte nach seinen Auftritten Spenden.
Er kam dann mit der Idee zu mir, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der die Spenden verteilen könnte. Ich fand die Idee natürlich gut; also holten wir uns den Rechtsanwalt Erich Hanslmaier aus Erding dazu.

Des Weiteren kamen Ingrid Heissler, Helmut Reitberger, Verena Bruckert und Johannes Januschkowetz zum Team hinzu und unterstützen uns seitdem. Im Juni 2020 wurde der Verein offiziell gegründet.

Ursprünglich hieß er „Heldenschweine e.V.“, was wir aber zu „Helferschweine e.V.“ umbenannten, da der Name bereits beim Deutschen Patent und Markenamt registriert war. Deswegen wurde auch das Holzschwein, mit dem Markus Langer immer die Spenden sammelte, zu unserem Symbol. Nach der Vereinsgründung haben wir weitergesammelt und die Spenden zur Onkologie in Schwabing und der Stiftung Lichtblick Haselbergl gebracht.

Als wir nach zwei Jahren insgesamt 11.400 € Spenden hatten weitergeben können, waren wir schon sehr stolz.

2020 organisierten wir eines unserer ersten großen Projekte, nämlich die Unterstützung der Menschen in Kroatien nach dem Erdbeben. Dabei machten wir die ersten Erfahrungen mit dem eigenen Transport der Güter zur Grenze. Den LKW fuhr ich alleine ins Erdbebengebiet.

Roland Hefter betreute zu der Zeit bereits einen Rentner und machte uns auf den Verein „Ein Herz für Rentner e.V.“ aufmerksam. Dorthin spendeten wir 5.000 Euro.

Der Helferschweine e.V. hat das Ziel, zu helfen, so gut er eben kann.

Sie beschäftigen sich ja ständig mit Menschen in schwierigen Situationen. Nimmt Sie das psychisch auch mit?
Solche Sachen bewegen einen natürlich, weil mir die Leute sehr ans Herz gewachsen sind und ich sowieso ziemlich nah am Wasser gebaut bin. Bei manchen Schicksalen muss man da schon schlucken.

Trotzdem ist es immer wieder wichtig und bewundernswert, welche positive Einstellung manche Menschen trotzdem haben. Diese Sichtweise ist auch für die Helfer sehr wichtig. Die Glücksgefühle beim Beladen der Fahrzeuge und natürlich am Ende, wenn man jemandem in Not helfen konnte, sind immer das Schönste.

Beim gemeinsamen Helfen sind schon so viele Freundschaften entstanden und man lernt immer wieder viele Menschen mit einem riesigen Herz kennen.

Man merkt auch, wie unsere Arbeit viele andere Menschen, die unseren Verein kennen, beschäftigt. Zum Beispiel einen ehemaligen Rettungssanitäter.

Er fuhr einige Male bei Spendenaktionen mit an die Grenze. Unter anderem auch, als wir 70 behinderte Kinder aus der Ukraine mit dem Bus abholen wollten. Leider brach kurz vorher der Kontakt zu den Kindern ab. Ihn bewegte das so sehr, so dass er daraufhin den LKW- und Busführerschein machte und seitdem Busse für unsere Aktionen fährt.

Wie kam es zur Spendenaktion für die Ukraine?
Meine Frau, Elena Hoyler, hatte die Idee, so eine große Spendenaktion wie wir für Kroatien damals gemacht haben, auch jetzt für die Ukraine auf die Beine zu stellen. Markus Langer war auch gleich begeistert und wir begannen einen Facebook-Aufruf, zum Spenden für unser neues Projekt, zu posten.

In kürzester Zeit erhielten wir bereits sehr viele Nachrichten, sowie unglaublich viele Spenden. Mein ganzer Hof war bis unters Dach vollgestellt. Insgesamt meldeten sich 80 Fahrer mit 40 Fahrzeugen, sowie ein Bus aus Nürnberg und waren bereit, den Transport zur Grenze zu übernehmen. Durch Elena konnten wir den Kontakt zur Ukraine immer aufrechterhalten.

Das Projekt läuft nun schon seit knapp einem Jahr und bis jetzt haben wir insgesamt 102 Fahrzeuge mit Spenden in die Ukraine gefahren. Das war unser erster großer Konvoi.

Was wird am meisten gebraucht?
Grundsätzlich alles Mögliche, von Decken und Kleidung bis hin zu Lebensmitteln. Natürlich auch Medikamente wie Tabletten und auch Verbandskästen.
Aktuell versuchen wir auch, einen Krankenwagen für das Frontgebiet Bachmut in der Ukraine zu organisieren.

Woher kommen die LKWs für den Transport?
Mit der Zeit kamen immer mehr Hilfsangebote von verschiedenen Unternehmen und Organisationen, die uns ihre Transporter und LKWs zur Verfügung stellen wollten. Diese kamen von überall aus Deutschland. Sogar eine polnische Spedition mit zwei Sitzen in der Ukraine, stellte uns einmal LKWs bereit.

Für den Ukrainetransport übernahm Wolfgang Gensberger aus Ingolstadt 20 der LKWs und wir die anderen 20.

Fahren Sie diese auch selbst?
Ja, ich fahre selber auch.

Wie kommen die Spenden dann von der Grenze zu den betroffenen Personen?
Wir fahren die Spenden nur bis zur ukrainischen Grenze und laden sie dann per Hand ab. Von da aus werden sie dann weiterverteilt. Wir verfolgen das Verteilen selber aber auch weiter und schauen, dass alle Spenden genau da ankommen, wo sie gebraucht werden. Hierfür gibt es spezielle Verteilungslager wie zum Beispiel in Lemberg.

Welche Firmen gehören beispielsweise zu den Unterstützern und Spendern der Helferschweine?
Zu den Spendern gehören zum Beispiel das Atelier Damböck Messebau GmbH in Neufinsing, die uns einen 40ig-Tonner für die Ukraine bereitstellten.

Das Erdinger Krankenhaus hat medizinisches Zubehör und Hilfsmittel in Höhe von 5.000 € gespendet.

Die Greimel GmbH aus Landshut hat uns einen 3,5-Tonner ausgeliehen, in dem normalerweise mehrere Pferde transportiert werden können. Dazu haben wir auch noch Spritgeld in Höhe von 6.000 € bekommen.

Der Freisinger Land e.V. hat 2.500 Gläser und Dosen eingekocht und mit deutschen und ukrainischen Schriftzügen versehen.

Von der Motorradbekleidung Stadler in Aidenbach bekamen wir 18.000 Textilien.
Von der Deuter Sport GmbH in Gersthofen erhielten wir eine Spende von über 14.500 Schlafsäcken.

Selbstverständlich helfen wir auch dem stark betroffenem Ahrtal, da der letzte dort bestehende Baustoffhof in Kürze geschlossen werden soll, versorgen wir auch die betroffenen Regionen mit Baumaterialien.

Baustoffspenden kamen aus NRW und Rheinland-Pfalz vom dortigen Baustoffzentrum.
Für den nächsten geplanten Konvoi ins Ahrtal wurden uns schon Fliesen vom Auer Bauzentrum Erding und Fahrzeuge unter anderem von der Fürmetz Logistik GmbH in Taufkirchen und auch dem Erdinger Weißbräu zugesagt.

Neben den eben aufgezählten Spendern, gibt es natürlich noch viele hilfsbereite Menschen.
Aber auch die Medien haben uns über die letzte Zeit unterstützt, indem sie auf unsere Arbeit aufmerksam gemacht haben. Bernhard Fleischmann vom Niederbayern TV, Christopher Griebel vom München TV und der bayerische Rundfunk berichteten über die Helferschweine und ihre Arbeit.

Wem konnten der Helferschweine e.V. schon alles helfen?
Insgesamt konnten neben der Ukraineaktion ganze 48.000 Euro Gesamtspenden an zahlreiche gemeinnützige Organisationen weitergegeben werden. Nur um ein paar zu nennen:
• Hospizverein Kirchheim e.V.
• Lions Club Cuvil
• Lichtblick Hasenbergl
• Ein Herz für Rentner e.V.
• Lions König Otto in Erding (gehört zum Kinder- und Waisenhaus Clemens Maria)
• Aktion Brücke e.V.
• Patenschaften für Katastrophenopfer im Ahrtal
• Elterninitiative krebskranke Kinder
• Glücksmomente e.V.

Vielen Dank für das Interview!
Wir von ED-live.de sind sehr beeindruckt von dem, was Sie täglich auf die Beine stellen und wünschen Ihnen viel Erfolg bei allen ihren Projekten.
Mehr Informationen über aktuelle Hilfsprojekte und Möglichkeiten zur Unterstützung des Vereins finden Sie hier: helferschwein.de/

Quelle. Harry Hoyler - Harry und Elena Hoyler
Quelle. Harry Hoyler

Quelle. Harry Hoyler
Quelle. Harry Hoyler - Krankenhausbetten

Quelle. Harry Hoyler - Beginn der großen Sammelaktion für die Ukraine
Quelle. Harry Hoyler - Med. Hilfsmittel

Quelle. Harry Hoyler - Zement für das Ahrtal
Quelle. Harry Hoyler - Fleißige Helfer

Quelle. Harry Hoyler - Matratzen und Betten
Quelle. Harry Hoyler - Ahrtal

Quelle. Harry Hoyler - Schlafsäcke
Quelle. Harry Hoyler - Schlafsäcke

Quelle. Harry Hoyler - Baustoffe und Nahrungsmittel für das Ahrtal
Quelle. Harry Hoyler

Quelle. Harry Hoyler - Betten
Quelle. Harry Hoyler

Quelle. Harry Hoyler - Spendenübergabe in der Ukraine
Quelle. Harry Hoyler - Spendenübergabe in der Ukraine

Quelle. Harry Hoyler - Spendenübergabe in der Ukraine

Quelle: Redaktion (as) und Harry Hoyler

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