Lieber Leser,
unsere Seite finanziert sich durch Werbeeinnahmen und die deshalb angezeigten Werbebanner.
Helfen Sie uns, indem Sie Ihren Werbeblocker ausschalten.
Werbung

Das Informationsportal für Stadt und Landkreis Erding

Werbung
<a href=//www.ed-live.de/out.php?wbid=2213&url=https://www.autohaus-muekra-nissan-freising.de/der-neue-nissan-qashqai/ target=blank></a>
09.10.2021 - Erding

Erinnerungen aus einer Welt, die es so nicht mehr gibt

Wusste Heiteres und Bedrückendes zu erzählen: Hans Niedermayer (re.) mit Moderator Prof. Dr. Hans Otto Seitschek (li.)

Wusste Heiteres und Bedrückendes zu erzählen: Hans Niedermayer (re.) mit Moderator Prof. Dr. Hans Otto Seitschek (li.)

Bei „Erding erzählt“ vom KBW Erding gibt Hans Niedermayer tiefe Einblicke in sein Leben


Nach dreimaligem Verschieben aufgrund der Corona-Pandemie konnte das Katholische Bildungswerk Erding nun endlich wieder mit dem Erzählcafé zu Gast bei Harald Krause und Elisabeth Boxberger im Museum Erding sein.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Walter Müller übernahm Geschäftsführer Hans Otto Seitschek die Moderation und Hans Niedermayer konnte aus seinem erfahrungsreichen Leben berichten.

Niedermayer wuchs mit seinen beiden Brüdern in Eitting, wo er 1934 geboren wurde, als Sohn eines Schneiders auf. Aus dieser Zeit wusste er Heiteres, aber auch Bedrückendes zu erzählen. Schließlich war die Kindheit nicht zuletzt durch die NS-Zeit geprägt, in der verlangt wurde, dass die Kinder bei Umzügen mit durchs Dorf marschieren oder dass sie Nazilieder mitsingen, ohne dabei halb den ideologischen Inhalt des Textes zu verstehen.

Als guter Schüler erhielt Hans Niedermayer die Möglichkeit, bei den Franziskanern in Freystadt und Landshut Gymnasium mit Internat zu besuchen. Doch Ordensgeistlicher wollte der junge Hans nicht werden, so dass er bald ans Knabenseminar nach Freising wechselte.

Nach bestandenem Abitur 1953 trat er ins Priesterseminar ein und studierte an der philosophisch-theologischen Hochschule auf dem Freisinger Domberg. Doch die Zweifel an der Berufung überwogen, so dass noch vor Weihnachten 1953 die Entscheidung gegen den Priesterberuf fiel.

In den Jahren 1954 bis 1958 studierte Niedermayer dann als Werkstudent an der Münchener Universität Latein, Griechisch und Geschichte für das Höhere Lehramt an Gymnasien. Nach Stationen in Günzburg und Simbach am Inn war er ab 1964 am Gymnasium in Erding tätig.

1973 dann wurde er Gründungsrektor des Gymnasiums in Markt Schwaben und von 1984 bis 1997 war er Direktor des Domgymnasiums in Freising, so dass sich am Domberg ein Kreis für ihn schloss.

Aus seiner beruflichen Zeit wusste Hans Niedermayer viel Anekdotisches zu erzählen, so von der Urkundenfälschung eines Schülers, der im Zeugnis eine Note selbst verbesserte. Dies blieb nicht unentdeckt. Als jedoch das Papier aus dem Elternhaus zurückkam, war die Note ausgekratzt mit der Begründung, die Katze wäre es gewesen. „Das muss ja eine intelligente Katze sein“, stellte Direktor Niedermayer daraufhin fest.

Für die CSU saß Hans Niedermayer viele Jahre im Erdinger Stadtrat, die meisten davon als Fraktionsvorsitzender in der Zeit, als Gerd Vogt Bürgermeister war. In diesen Jahren wurde auch die Fusion von Altenerding, Erding und Langengeisling umgesetzt. Ein damals heiß umkämpftes Thema!

Auch kirchlich war Niedermayer ehrenamtlich engagiert: im Pfarrgemeinderat Erding, im Dekanats- und Kreiskatholikenrat, ja sogar im Diözesanrat. Dabei begegnete Niedermayer auch den Kardinälen Döpfner, Ratzinger und Wetter, wie die Fotos, die in den Pausen auf der Leinwand gezeigt wurden, beweisen. Mit Stadtpfarrer Josef Mundigl arbeitete er in diesen Jahren eng zusammen. In der Kirche müsste sich heute vieles ändern, so Niedermayer, aber dennoch bleibe er gerne Katholik – es gebe eben nichts Besseres.

Als Historiker ist Niedermayer Autor von einem Dutzend Bücher, darunter „Pflugschar und Hakenkreuz“ (1985), das Erding während der NS-Diktatur zum Gegenstand hat, sowie seine Kindheits- und Jugenderinnerungen in „Eine Welt, die es so nicht mehr gibt“ (2016). Für den St.-Michaelsbund hat Niedermayer unzählige Bücher rezensiert. Er tut es gelegentlich auch heute noch.

In der Rückschau auf sein Leben sieht Hans Niedermayer viel Positives, auch wenn er nicht immer alles richtig gemacht habe. Sein großes Engagement, beruflich und ehrenamtlich, hat ihn viele Einsichten gewinnen lassen. Dies lässt ihn nun zufrieden und gelassen auf der Zielgeraden eines reichen Lebens ankommen. Mit lang anhaltendem Applaus endete der interessante und aufschlussreiche Abend, der vom Akkordeon-Duo Sophia Till und Christina Fenk musikalisch sehr schön umrahmt wurde.

Quelle: Katholisches Bildungswerk Landkreis Erding e.V. weitere Nachrichten aus:

« zurück zur Nachrichtenübersicht



Werbung


Das könnte Sie auch interessieren:


Video-Symbolbild
Videos aus der Region Erding
Der Landkreis Erding
Infos aus dem Landkreis Erding

Kooperationen


FS-live.de FM-live.de Erding App