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Interview mit Sabrina Tarantik


Profilbild von Sabrina Tarantik
Sabrina Tarantik hat es sich seit zwei Jahren zu ihrer Hauptaufgabe gemacht, ehrenamtlich bei der Flüchtlingshilfe in Erding zu helfen. Sie erzählt in dem folgenden Interview alles über ihre Arbeit und Erfahrungen, die sie dort gemacht hat.

ED-live.de: Wie sind Sie dazu gekommen, sich für die Flüchtlingshilfe zu engagieren?
Als es 2015 die große Flüchtlingswelle gab, habe ich mit einer Freundin beschlossen, Kleidung für die Ankommenden zu sammeln. Es hat sich im Laufe der Tätigkeit durch die Kooperation mit dem Roten Kreuz später so ergeben, dass wir den Warteraum mit Kleidern versorgt haben. Einige Wochen später haben wir den Verein gegründet und jetzt helfe ich dort schon seit zwei Jahren hauptberuflich.

ED-live.de: Wie sieht ein Arbeitstag dort aus?
Es gibt nicht wirklich einen Zeitplan für den Arbeitstag. Für sieben Tage, 24 Stunden, gibt es immer etwas zu tun. Oftmals auch an den Wochenenden. Hauptsächlich helfen wir im Warteraum bei der Kleiderausgabe. Wir verwalten Spendeneinnahmen bis hin zu Spendenausgaben mit sortieren. Überschüssige Kleidung geben wir an andere hilfsbedürftige Länder. Außerdem suchen wir neue ehrenamtliche Helfer und leiten diese an.

ED-live.de: Wie helfen Sie den Flüchtlingen dort?
Wir helfen bei der Koordination, der Jobsuche oder aber auch beim Ausfüllen von Formularen sowie Erstellung von Lebensläufen.

ED-live.de: Hatten Sie schon negative Erfahrungen/Ereignisse im Zusammenhang ihrer Arbeit?
Nein, zum Glück überhaupt nicht und wenn, waren es nur kleine, nicht erwähnenswerte Dinge. Die Personengruppen, die ich betreue, bestehen überwiegend aus Menschen aus Syrien. Zu Ramadan wurde ich von verschiedenen Familien zum Fastenbrechen eingeladen. Diese Herzlichkeit und Gastfreundschaft hat mich sehr berührt.

ED-live.de: Wie sieht der Alltag bei einem neu angekommenen Flüchtling aus?
Er bekommt eine medizinische Untersuchung sowie neue Kleidung, gehen durch das BAMF (Bundesamt für Migration) und bekommt seine Papiere. Für Kinder gibt es eine extra Spielecke, in der sie sich beschäftigen können. Die Migranten bleiben in der Regel eine Nacht oder manchmal auch drei Nächte und werden mit Bussen auf andere Bundesländer verteilt.

ED-live.de: Wissen Sie wie viele Mitglieder der Verein hat?
Wir haben um die 85 zwischen 100 bis 150 aktive Helfer. Es gibt auch Helfer, die keine Mitglieder sind oder Mitglieder, die weniger helfen als andere, je nachdem wie jeder Einzelne Zeit hat. Einige Helfer sind Asylbewerber.

ED-live.de: Kann jeder Mitbürger spenden?
Ja, wir haben jeden Samstag gegenüber vom Fliegerhorst Erding eine Sachspendenannahme zwischen 11 und 13 Uhr.
Profilbild von Sabrina Tarantik

ED-live.de: Was ziehen Sie persönlich aus dem Ehrenamt?
Mir ist es wichtig, dass sich Menschen gegenseitig unterstützen. Ich finde, wir haben in Deutschland einen guten Wohlstand und es schmerzt sicher niemanden, etwas Nächstenliebe zu zeigen. Jeder kann helfen und sich bei der Flüchtlingshilfe engagieren. Schon ein Kuscheltier in einer kleinen Kinderhand kann glücklich machen.

ED-live.de: Wie vielen Flüchtlingen wird aktuell geholfen?
Jeden Monat kommen um die 1000 Flüchtlinge in Erding an, denen wir Kleidung und anderes Nötige geben.

ED-live.de: Aus welchen Ländern kommt die Mehrheit der Flüchtlinge?
Die drei Hauptgruppen sind aus Syrien, Irak und Eritrea. Weitere kommen aus Afghanistan oder dem Iran.

ED-live.de: Wie ist das Frauenbild? Gibt es da Probleme?
Zum Glück gab es keine nennenswerten Vorfälle. Die Migranten wissen, dass die Kultur hier in Deutschland anders ist. Wir versuchen in unserer Arbeit stets die Frau mit einzubeziehen. Natürlich achten wir aber natürlich darauf, dass keine handgreifliche Übergriffe oder ähnliches geschieht. Viele Migranten, die uns bei der Arbeit unterstützen sind oft schon zwei Jahren dabei. Ihnen ist unsere Kultur nicht mehr fremd.

Kooperationen


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