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Interview mit Herrn Böttcher-Rosemann und Herrn Straßgütl


Logo AKTIVSENIOREN
Die AKTIVSENIOREN sind Unternehmer und ehemalige Selbstständige im Ruhestand, die junge Existenz- und Firmengründer beim Aufbau ihres Unternehmens unterstützen, Marketing- und Vertriebsaktivitäten empfehlen, Produktionsverfahren analysieren und Organisationsstrukturen begutachten. Und darüber hinaus unterstützen sie auch noch gemeinnützige und karitative Einrichtungen bei betriebswirtschaftlichen Fragen, fördern den Umweltschutz und helfen Hauptschülern bei der Berufsorientierung und Arbeitsplatzsuche. Das alles geschieht selbstverständlich im Ehrenamt ohne Bezahlung.

Das Team von ED-live.de hatte die Möglichkeit, noch mehr über sie zu erfahren und die wirklich engagierten Senioren zu interviewen! Unsere Gesprächspartner waren Herr Böttcher-Rosemann und Herr Straßgütl von den Erdinger AKTIVSENIOREN.

 AKTIVSENIOREN Erding


ED-live.de: Herr Böttcher-Rosemann, wie ist eigentlich die Idee entstanden, die „AKTIVSENIOREN“ zu gründen?
Nun, was früher ein bezahlter Verein war, ist heute ein Ehrenamt. Die Gründung der „AKTIVSENIOREN“ liegt weit zurück, sodass wir einen kleinen Sprung in die Vergangenheit machen müssen: Die Grundidee entstand nämlich noch vor der Wende, als aktive Senioren anfingen, Beratungen anzubieten und in der Aufbauhilfe betriebswirtschaftlicher und technischer Art in den neuen Bundesländern tätig zu sein. Damals hatte ja jedes Land ein Partnerland, wie z.B. Bayern, das mit Sachsen kooperierte. Der sogenannte „Busch - Zuschlag“ war für die Senioren vorgesehen, die die Businesspläne der angehenden Jungunternehmer durchsahen und prüften, ob das neue Unternehmen tragfähig war. Erst dann wurden die Unterlagen an die Bundesagentur für Arbeit weitergereicht. Gegründet wurde die Organisation im Jahr 1984.

Dann gibt es die Organisation ja schon 29 Jahre! Seit wann sind Sie denn hier in Erding?
Oh, die „AKTIVSENIOREN“ gibt es erst seit 2004 in Erding. Wir sind hier nur vier Mitglieder: Johannes Straßgütl (Dipl.-Kaufmann), Klaus-H. Howold (Dipl. - Kaufmann), Herbert Merkel (Betriebswirt) und ich - Detlef Böttcher - Rosemann (Vertriebsdirektor). Aber wir sind alle 14 Tage im Zentralverein in München.

Wissen Sie auch, wie viele Mitglieder das Amt insgesamt hat?
Die aktuelle Zahl müsste etwa bei 330 Mitgliedern liegen.

Und Sie machen das alles ehrenamtlich? Natürlich! Wir machen das alle ohne Honorar und stehen bei unseren Hilfeleistungen auch nicht im Zeitdruck. Nur anfallende Unkosten, wie z.B. die Fahrkosten bei längeren Fahrwegen, müssen erstattet werden.

Herr Straßgütl, ist die Vielfalt an Branchen, aus denen Ihre Mitglieder kommen, sehr groß?
Und wie! Um nur ein paar Beispiele zu nennen: es sind Fachleute aus der Betriebswirtschaft, aus der IT, aus den Banken, von Siemens, aus der Technik etc. etc. vertreten. Dadurch können wir ein breites Netzwerk darstellen, innerhalb dessen sich jeder hilft und gegenseitig ergänzt, sodass beinahe jedes Spektrum abgedeckt ist.

Dann richtet sich Ihr Angebot also an jedes Unternehmen, unabhängig von der Branche?
Ja. Natürlich muss es für das Unternehmen auch eine Perspektive und einen tragfähigen Businessplan geben. Die Unternehmen bekommen unsere volle Aufmerksamkeit für 150,-€ pro Halbjahr. Die sind für die Bearbeitungskosten als einmaliger Kostendeckungsbeitrag zu entrichten.

Das ist nicht viel Geld im Vergleich zu anderen Kostendeckungsbeiträgen. Sie haben von einem Businessplan gesprochen. Wozu dient der?
Er dient a) für das Unternehmen selbst, b) den Banken und c) der Bundesagentur für Arbeit. Er muss bereits im Voraus erstellt werden. Den schauen wir uns zuerst an, er bildet sozusagen die Grundlage unserer Arbeit.

Greifen dann auch viele junge Unternehmer auf Ihre Angebote zurück?
Jetzt wieder. Zwischendurch war die Nachfrage schwankend, weil die Bundesagentur im Jahr 2012 die Mittel gekürzt hat, da kein Geld mehr zur Verfügung stand. Aber inzwischen hat sich das zum Glück wieder geändert. Jetzt sind wieder mehr Mittel vorhanden und die Zahl der Interessenten hat sich wieder um einiges erhöht!

Sie sind ja alle erfahrene Wirtschaftsleute. Können Sie festlegen, ob sich im Vergleich zu früher in der Wirtschaftsbranche viel verändert hat?
Oh ja und ob! Damals war es viel einfacher, ein Unternehmen zu gründen! Heutzutage sind ja schon die Anforderungen an die Jungunternehmer erheblich gestiegen und außerdem vereinfachen neue Steuergesetze, Änderungen im Rechnungs- und Bankwesen und in der EDV, die zunehmende Technisierung und die modernen Kommunikationswege die Gründung auch nicht gerade. Man kann die heutige Zeit ja schon als „Überwachungsstaat“ bezeichnen, weil der moderne Mensch perfekt verfügbar sein muss und am besten auch in seinem Urlaub ständig für die Arbeit erreichbar sein sollte. Das war früher noch ganz anders.

Ohne Handy und Computer geht heutzutage sowieso nichts mehr. Aber Ihnen macht die Arbeit noch immer viel Spaß?
Sehr! Die Freude am Beruf hat auch im Ruhestand nicht nachgelassen!

Welchen Profit ziehen Sie persönlich aus dem Ehrenamt?
Nun, man bleibt sowohl geistig als auch körperlich fit und rostet nicht ein. Das ist doch das Wichtigste im Alter!

Gab es auch mal einen kuriosen Fall von dem Sie berichten können?
Mh, ja einmal wollte sich eine Dame als Routengängerin hauptberuflich selbstständig machen. Das konnten wir ihr natürlich nicht ermöglichen, damit hätte sie sich hauptberuflich auch nicht über Wasser halten können.

Haben Sie den Eindruck, dass sich die Jungunternehmer bei Kreditunternehmen oder bei Besprechungen mit Geschäftspartnern besser durchsetzen können, wenn die „AKTIVSENIOREN“ dabei sind?
Durchaus. Vor allem besteht unsere Aufgabe auch darin, Sympathien zwischen den Kreditinstituten und den jungen Existenzgründern zu wecken. Und Menschenkenntnis spielt dabei natürlich auch eine große Rolle! So müssen wir z.B. ein Gefühl dafür bekommen, ob die Zusammenarbeit beispielsweise 15 Jahre lang bestehen kann.

Keine leichte Arbeit. Wie können interessierte Unternehmen Sie kontaktieren?
Wir sind unter www.aktivsenioren.de erreichbar. Terminvereinbarungen sollten aber mit Frau Bachschneider unter der Tel.: 08122 / 58 12 54 getroffen werden.

Und welche Kriterien muss man erfüllen, wenn man Ihrem Verein als Mitglied beitreten möchte?
Nun ja, nicht viele. Man sollte allerdings über 65 Jahre alt sein und bereits ehemals als Unternehmer oder Unternehmerin gearbeitet haben (lacht). Die direkte Auswahl erfolgt dann eigentlich unter der Fragestellung, in welchem Bereich und Einsatzort im Moment Berater benötigt werden. Dann wird eine ehrenamtliche Erklärung ausgefüllt, die die absolute Geheimhaltung garantiert und eine Aufnahmeurkunde ausgehändigt, die die Teilnahme bei den „AKTIVSENIOREN“ bestätigt. Anfangs sind die Neuzugänge aber mit erfahrenen Mitgliedern unterwegs, damit sie einen Eindruck von ihrem neuen Aufgabenbereich erlangen können. Diese „Ausbildung“ dauert dann etwa ein Viertel Jahr, bis man so gut informiert ist, um ab sofort auch eigene Klienten zu übernehmen.

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen Ihnen auch weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!

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